Geschichte

Errichtung der Kuratie-Gemeinde

Friedrichsfelde-Karlshorst

am 01. Oktober 1906

Für die katholische Kirchengemeinde „Zum Guten Hirten“, die heute auf dem Gebiet von Friedrichsfelde und Karlshorst besteht, ist dies ein Anlass, sich auf Grund dieses Jubiläums mit ihrer Geschichte vorzustellen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war ein starkes Anwachsen der katholischen Bevölkerung in Friedrichsfelde, besonders im Ortsteil Karlshorst zu verzeichnen. Ein geregelter Gottesdienst wurde erforderlich. Es war Fügung, dass sich der Verein für Hindernisrennen bereit erklärte, den Kaiserpavillion in Karlshorst für evangelische und katholische Gottesdienste zur Verfügung zu stellen.

In Friedrichsfelde stand dafür ab 1905 die Aula der Knabenschule in der Rummelsburger Straße zur Verfügung. Dieser Zustand war für die wachsenden Gemeinden nicht befriedigend. Um dem abzuhelfen, wurden mit Unterstützung der Muttergemeinde „St. Mauritius“ von Friedrichsberg Grundstücke erworben, 1902 in Friedrichsfelde und 1905 in Karlshorst. Diese Grundstücke bildeten die materielle Grundlage für die Kuratie-Gemeinde Friedrichsfelde-Karlshorst, die 1906 von Kardinal Kopp aus Breslau errichtet wurde.

Zum Kuratus der neuen Gemeinde war bereits am 30. September 1905 Bernhard Lichtenberg ernannt worden. Es ist dem Einsatz von Bernhard Lichtenberg zu verdanken, dass schon 1906 die Kirche in Friedrichsfelde eingeweiht werden konnte und 1909 das Pfarrhaus mit Kapelle in der Gundelfingerstraße.

Da in beiden Ortsteilen die Anzahl der Gemeindemitglieder beträchtlich wuchs, wurde 1921 beantragt, zwei selbständige Kirchengemeinden zu errichten. Dem Antrag wurde stattgegeben. 1922 verfügte der Fürstbischof von Breslau die Teilung der Kuratie in die Pfarreien „Zum Guten Hirten“ Berlin Friedrichsfelde und „St. Marien“ Berlin Karlshorst. Beide entwickelten sich zu lebendigen Kirchengemeinden mit je eigener Prägung

Mit dem Ausbau von Karlshorst wuchs auch die katholische Gemeinde, eine größere Kirche wurde gebraucht. Mit Hilfe eines Kirchbauvereins wurden die Voraussetzungen geschaffen, 1935 nach den Plänen des Architekten C. Lohmer mit dem Kirchbau zu beginnen. Am 06.12 1936 wurde die Kirche als Gottesdienstraum übernommen und am 27.06.1937 eingeweiht.

Wie große Teile von Karlshorst wurden die Kirche und das Pfarrhaus 1945 besetzt. Weihnachten 1949 erfolgte die Rückgabe der jetzt verwüsteten Gebäude. Es dauerte bis zum 23.03.1952, dass die Kirche wieder für den Gottesdienst geweiht werden konnte.

In Friedrichsfelde wurden in den Jahren 1982 bis 1985 das Pfarrhaus und die Kirche an der Stelle der alten Gebäude neu gebaut.

2003 wurden beiden Pfarreien aus Karlshorst und Friedrichsfelde zu einer Kirchengemeinde mit dem Namen „Zum Guten Hirten“ zusammengeführt. Ihr stehen für die zur Zeit 3000 Mitglieder in beiden Ortsteilen Kirche und Gemeinderäume zur Verfügung.

Mit den verantwortlichen Gremien, dem Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat, bereitet sich die Gemeinde auf die festliche Gestaltung des 100-jährigen Jubiläums vor.

Als weitere Information wird es zum Jubiläumstag eine Festschrift und Programmhinweise geben.

Pfarrer Hubert Thomma